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4. Januar 2020

Börsen-Ausblick zum Jahreswechsel

2019 war ein gutes Börsenjahr. Nicht nur für Aktien und Anleihen, sondern auch der Goldkurs ist deutlich gestiegen. Wie wird es im Jahr 2020 weitergehen?


Dem Kalender zufolge haben wir bereits den Jahreswechsel hinter uns gebracht. Weihnachten ist dabei für mich wieder gar zu schnell vorüber gegangen, der Silvesterabend war hingegen erfreulich unauffällig. Und da liegt es vor uns: das neue Jahr.

Bevor wir unüberlegt daran gehen, selbiges zu gestalten, empfiehlt es sich, nochmal kurz innezuhalten und das bereits abgeschlossene zu bewerten. Materiell, aber auch persönlich. Ist es gelungen, die für das zu Ende gehende Jahr gefassten Vorsätze in die Tat umzusetzen? Was können wir daraus mitnehmen?

Die persönliche Wertung überlasse ich notgedrungen Ihnen. Ich will mich an dieser Stelle auf die materielle Ebene beschränken: Wer sich vorgenommen hatte, Aktien dann zu kaufen, wenn sie günstig sind, wurde in jedem Fall belohnt. Insofern möchte ich diejenigen unter Ihnen, die zum Jahreswechsel 2018 / 2019 Teile ihres Geldes dem Kapitalmarkt anvertraut haben, ein Kompliment machen: Sie haben Mut und Weitsicht bewiesen. Oder um es volkstümlich auszudrücken: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Handelskrieg, Brexit und Niedrigzins

Denn noch im letzten Quartal des Jahres 2018 gingen die Kurse von Aktien und Anleihen deutlich zurück. Pessimismus hinsichtlich der weiteren Entwicklung machte sich breit. Die Schlagworte, die viele Marktteilnehmer so mutlos zurückließen, hießen beispielsweise Handelskrieg, Brexit, Niedrigzins, Italien und Syrien. Und sie standen für eine Schwächung des weltweiten Wachstums, ungebremstes Schuldenmachen und geopolitische Konflikte. Im Ergebnis schlossen die meisten Marktsegmente das Vorjahr mit einem sichtbaren Minus ab.

Heute, ein gutes Jahr später, kann man konstatieren, dass viele Schlagworte in 2019 dieselben geblieben sind. Doch die Börsianer haben sich im Verlauf des Jahres an die Schlagworte bzw. die damit jeweils verknüpften Situationen offensichtlich gewöhnt. Und auch die Tatsache, dass die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Anleihekäufe wieder aufnahm, der US-Präsident in Sachen Handelskonflikt mit China ermutigende Tweets vom Stapel ließ und die Briten im Zuge ihrer Parlamentswahl dem für einen klaren Brexit-Ausstieg eintretenden Boris Johnson zu einer klaren Mehrheit verhalfen, gab Sicherheit.

2019 – ein gutes Jahr für Aktien, Anleihen und Gold

Den entscheidenden Impuls gab allerdings die zinspolitische Kehrtwende der US-Notenbank (FED) zu Jahresbeginn 2019. Während die Analysten sich mehrheitlich auf weitere Leitzinsanhebungen für den US-Dollar eingestellt hatten, senkte die FED im vergangenen Jahr dreimal den Leitzins. Dadurch wurden verzinsliche Geldanlagen in US-Dollar relativ unattraktiver, was Anlagen in risikobehafteten Wertpapieren, insbesondere Aktien, begünstigte. Im Ergebnis ist 2019 bereits heute als eines der besseren Börsenjahre in die Geschichte eingegangen.

Auffällig ist, dass nicht nur die Kurse von Anleihen und Aktien zugelegt haben, letztere sogar zweistellig, sondern auch der Goldpreis deutlich angestiegen ist – und zwar um mehr als zehn Prozent. Denn üblicherweise ist zu beobachten, dass sich Gold auf der einen und Aktien und Anleihen auf der anderen Seite gegenläufig verhalten. Dass Gold, dem eine Versicherungsfunktion zugeschrieben wird, nun parallel angestiegen ist, ist auch eine Reaktion auf die Geldpolitik der Notenbanken. Denn die herrschenden negativen Real- und sogar Nominalzinsen nähren die Furcht vor Kaufkraftverlusten. Kein Zins – wie bei Gold – ist besser als ein negativer Zins.

Trotz der skizzierten Kehrtwende beim US-Leitzins gab es in 2019 keinen durchgängigen Trend beim Wechselkurs des Euros zum US-Dollar. Nach Monaten mit einer erstarkenden amerikanischen Währung folgten kurze, kräftige Rücksetzer. Im Ergebnis ging die führende Welt-Handelswährung aber dann mit einem Plus von knapp 3,5 Prozent aus dem Jahr. Für Europas exportorientierte Industrie ist das positiv zu sehen. Und da eine schwächere heimische Währung Importe verteuert und damit die Inflation unterstützt, freut sich auch die Europäische Zentralbank, die an ihrem Inflationsziel festhielt und ihren Einlagenzins in der zweiten Jahreshälfte auf nunmehr minus 0,5 Prozent gesenkt hat.

Gute Aussichten für 2020

In Verbindung mit stabilen Unternehmensgewinnen scheinen deshalb auch für 2020 die Börsenampeln auf Grün zu stehen. Während aller Voraussicht nach die Anleiherenditen auf ihren niedrigen Niveaus verharren werden, dürften Aktienkurse – wenn auch vermutlich mit geringeren Raten als zuletzt – weiter steigen.

Aus Anlegersicht ist das nicht die schlechteste aller Welten. Vorausgesetzt, dass man sich langfristigen Erfahrungen nicht verschließt und akzeptiert, dass Aktien über die Jahre zwar immer stärker geschwankt haben als andere Anlageformen – sie auf lange Sicht aber dafür ihre Anleger mit besseren Renditen belohnt haben. Das gilt umso mehr, als klassische verzinsliche Anlagen in Euro weiterhin eine Rendite unterhalb der Inflationsrate abwerfen und insofern für einen realen Kaufkraftverlust sorgen werden. Und darauf, von deutschen Sparern immer gern gesehen, gibt es sogar eine Art Garantie. Die kommt in diesem Fall von der EZB, die selbst für das Jahr 2022 – also für das übernächste Jahr – nicht davon ausgeht, dass ihr Inflationsziel von 2 Prozent erreicht wird. Damit aber gibt es auch keinen Anlass, die Geldpolitik in absehbarer nennenswert anpassen – also wieder Zinsen zahlen – zu müssen.

Wagen wir bei dieser Gelegenheit noch einen Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre: die platzende Internetblase zur Jahrhundertwende, die Anschläge vom 11. September 2001 und der sich anschließende Golfkrieg, der zunehmende Terrorismus, die große Bankenkrise in 2008, das uneiniger werdende Europa und die zunehmende Zahl regierender Despoten in allen Teilen der Welt, und schließlich die Erderwärmung. Und trotzdem stehen diverse Aktienmarktindizes am Ende dieser zwei Jahrzehnte auf historisch hohen Niveaus.

Das sollte uns die Sicherheit geben, auch 2020 mit Blick auf das vor uns liegende neue Jahrzehnt die Aktienquote im eigenen Depot kritisch zu hinterfragen und diese im Zweifelsfall durchaus nach oben anzupassen.

Ob Sie diese Maßnahme deshalb gleich zu Ihrem höchstpersönlichen Vorsatz für das neue Jahr erheben sollten, weiß ich nicht. Es gäbe da noch viele weitere Möglichkeiten: Bei einer auf Gelb wechselnden Ampel nicht mehr aufs Gaspedal zu drücken, sondern zu bremsen. Oder einen Teil des eigenen Geldes mit denen zu teilen, die weniger haben. Und statt des Fahrstuhls, die Treppe zu nehmen.

Was auch immer Sie mit dem neuen Jahr anfangen: Ich wünsche Ihnen, dass Sie in zwölf Monaten zufrieden darauf zurückblicken können – in dem Wissen, das Richtige getan zu haben.

Mit den besten Grüßen für ein glückliches 2020,

Wolff Seitz
Leiter Produktmanagement Investment

Seine ersten beiden Aktien kaufte er als Teenager 1987 inmitten des schwarzen Oktobers – leider nicht am Tiefpunkt und zudem beides deutsche Autotitel, also ohne Risikostreuung. Um diese und ähnliche Fehler zu reduzieren, absolvierte er bei einer norddeutschen Regionalbank zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und parallel zu seiner Tätigkeit als Anlageberater ein BWL-Studium an der FernUniversität Hagen. Sein Ziel für ONVEST: Kapitalanlage entmystifizieren – die Börse ist der Wochenmarkt für Wertpapiere – und den Zugang zur professionellen Geldanlage so einfach und komfortabel wie möglich machen.

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