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3. November 2020

Solidaritätszuschlag 2021

Ab 2021 werden die Freigrenzen für den Soli stark erhöht – wer davon profitiert und wie das „Mehr“ sinnvoll genutzt werden kann, erfahren Sie hier.


Der Faszination großer Zahlen unterliegen nicht nur Lotto-Spieler. Als politisch interessierter Mensch stelle ich regelmäßig fest, dass es sich auch in den verschiedenen Regierungsebenen – von Brüssel über Berlin bis in die Landeshauptstädte – eingebürgert hat, den „Wumms“ von Maßnahmen dadurch öffentlichkeitswirksam zu illustrieren, dass man viele kleinere Beträge zu einer großen Zahl verdichtet.

Solidaritätszuschlag entfällt ab 2021

So auch beim Solidaritätszuschlag, der ab 1. Januar 2021 entfallen soll – zumindest für 35,5 Millionen Bundesbürger. Die, so hat das Bundesfinanzministerium ausgerechnet, müssen dann jährlich 11 Milliarden Euro weniger an die Staatskasse abführen.

Das ist nicht wenig – aber natürlich ahnen Sie schon, dass der Betrag, der bei Ihnen persönlich in der Kasse verbleiben wird, nicht ganz so groß ausfällt. Ein Blick auf Ihren Einkommensteuerbescheid für das vergangene Jahr schafft Gewissheit. Allerdings nur, sofern Ihr zu versteuerndes Einkommen – als Single – nicht über 61.700 Euro beträgt. Versteuern Sie ein höheres Einkommen, werden Sie nur teilweise befreit – und die rechnerische Ermittlung Ihrer Ersparnis wird dann schon etwas herausfordernder. Ganz einfach wiederum wird es, wenn Sie oberhalb von 96.400 Euro liegen. Dann zahlen Sie Ihren „Soli“, wie er seit Anbeginn abgekürzt wird, einfach weiter wie bisher – sofern das Bundesverfassungsgericht da nicht noch einschreitet.

Eingeführt wurde dieser Zuschlag zur Einkommensteuer übrigens am 1. Juli 1991. Zunächst nur für 12 Monate. Und damals noch mit einem Satz von 7,5%. Aber dann fand man Gefallen an dem kleinen Kerl. Und so gibt es ihn nun seit fast drei Jahrzehnten.

300 Euro mehr im Jahr – was nun?

Mit seiner – weitgehenden – Abschaffung wird jetzt jeder der glücklichen 35,5 Millionen Bürger im Durchschnitt gut 300 Euro jährlich mehr im Portemonnaie haben. Was tun mit dieser finanziellen Freiheit?

Ich prognostiziere mal, was passieren wird, wenn meine Verwandtschaft keine besonderen Pläne schmiedet: Die etwa 25 Euro im Monat werden im Zuge des Gehaltseingangs auf dem eigenen Girokonto landen und in der Menge der Ausgaben, die wir alle zu schultern haben, untergehen. So erfüllen die 25 EUR genau das, was sich Politik – und auch die Europäische Zentralbank – wünschen: Sie werden konsumtiv verwendet und befördern mit ein wenig Glück die vermeintlich zu niedrige Inflationsrate.

Das Plus im Portemonnaie sinnvoll investieren

Wenn Sie persönlich allerdings der Meinung sind, dass es für Sie – und künftig sowie mittelbar auch für die Inflationsrate – sinnstiftender ist, auf einen Schlag mehrere tausend Euro auszugeben statt nur 25 Euro monatlich, empfehle ich Ihnen etwas anderes: Investieren Sie Ihren ersparten Soli monatlich zunächst in einen Aktienfondssparplan. Wenn Sie 10 Jahre durchhalten und einen Wertzuwachs von 4% p.a. unterstellen, können Sie sich über 3.500 Euro freuen. Und sollte es um Ihre Ausdauer und Disziplin genauso gut bestellt sein wie beim Solidaritätszuschlag, werden es sogar fast 16.000 Euro sein.

So oder so kann ich Ihnen nur empfehlen: Genießen Sie diese finanzielle Entlastung ganz bewusst.

Denn angesichts der im Zuge der Corona-Pandemie beschlossenen Ausgabenpakete und der in der Folge massiv gestiegenen Staatsverschuldung ist eines vergleichsweise sicher: Die nächste Steuer- und Abgabenerhöhung kommt bestimmt. Wohl dem, der dann finanzielle Reserven besitzt, um seinen Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Meiner Verwandtschaft werde ich deshalb zurufen, den Fondssparplan schon heute einzurichten – sonst verlieren die das im Trubel des Jahreswechsels aus dem Auge.

Mit herbstlichen Grüßen aus Hamburg

Wolff Seitz
Leiter Produktmanagement Investment

Seine ersten beiden Aktien kaufte er als Teenager 1987 inmitten des schwarzen Oktobers – leider nicht am Tiefpunkt und zudem beides deutsche Autotitel, also ohne Risikostreuung. Um diese und ähnliche Fehler zu reduzieren, absolvierte er bei einer norddeutschen Regionalbank zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und parallel zu seiner Tätigkeit als Anlageberater ein BWL-Studium an der FernUniversität Hagen. Sein Ziel für ONVEST: Kapitalanlage entmystifizieren – die Börse ist der Wochenmarkt für Wertpapiere – und den Zugang zur professionellen Geldanlage so einfach und komfortabel wie möglich machen.

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