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Lotto oder Aktien

Einige Menschen spielen lieber Lotto als in Aktien anzulegen. Möglicherweise aus Angst, ihr investiertes Geld zu verlieren. Dabei sind die Chancen auf einen Gewinn bei einer Aktienanlage viel höher, oder? Und was, wenn Sie doch einmal den Jackpot abräumen?


Liebe Leserin, lieber Leser,

mein nächstjüngerer Bruder und ich spielen gemeinsam Lotto. Vierteljährlich überweise ich ihm deshalb 38,38 Euro. Der krumme Betrag macht es deutlich: Angefangen haben wir damit schon zu Zeiten der Deutschen Mark (DM). Für die jüngeren Leser: Das war die Währung vor dem Euro – umgerechnet wurde sie mit 1,95583 DM für einen Euro. In den letzten 25 Jahren haben wir also zusammen 7.676 Euro investiert. Nein, konsumiert. Denn rational betrachtet, war und ist es keine Investition – es ist ein Glücksspiel und keine Aktienanlage. Bei letzterer spricht man hingegen zu Recht von einer Investition, denn es handelt sich hier um Beteiligungen an Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Ertrag erwarten lassen.

Was Aktien und Lotto (nicht) gemeinsam haben

Interessanterweise setzen viele Menschen eine Wertpapier-, insbesondere eine Aktienanlage dem Lottospielen gleich – wenn sie Aktien nicht sogar für noch riskanter halten. Und das nicht von ungefähr: Denn genau genommen ist die Unsicherheit bei Aktien tatsächlich größer als beim Lotto – und sie zieht sich über einen längeren Zeitraum hin. Denn während ich beim Kauf eines Lottoscheins spätestens am nächsten Samstagabend weiß, wie es ausgegangen ist, begleitet mich eine Aktienanlage in der Regel deutlich länger.

Und während es beim Lotto eine errechenbare Zahl an möglichen Ergebnissen gibt, tendiert bei einer Aktienanlage die Kombination der über die Jahre vorstellbaren Kursverläufe in Kombination mit den denkbaren Ergebnissen gegen Unendlich. Dabei werden auf der Ergebnisseite die Extreme bei Aktien auf der einen Seite durch einen Totalverlust (genau wie beim Lotto), und auf der anderen Seite durch einen über die Jahre vermutlich maximal dreistelligen prozentualen Wertzuwachs markiert. Im Vergleich zum Hauptgewinn beim Lotto zwar ein überschaubares, aber durchaus erfreuliches Plus.

Lotto bietet insofern das schlichtere Profil – vom Mehr an Phantasie ganz zu schweigen. Denn auch wenn die Wahrscheinlichkeit für die zweithöchste Gewinnklasse bei 6 aus 49 nach Angaben der im Deutschen Lotto- und Totoblock zusammengeschlossenen Landeslotteriegesellschaften unter eins zu 15 Millionen beträgt: Für zahllose Menschen weltweit ist Lotto wöchentlich aufs Neue der Traum – oder die Illusion – für den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben. Ein Aktienfondssparplan kann da nicht mithalten.

Welche Gewinne mir das Glücksspiel einbrachte

Andererseits: Hätten mein Bruder und ich uns vor 25 Jahren entschieden, die vierteljährlichen 76,76 Euro über jeweils drei Monate verteilt in einen globalen Aktienfonds zu investieren, wären daraus nach Berechnungen des deutschen Fondsverbandes BVI per Ende Dezember 14.923 Euro geworden. Das ist das durchschnittliche Ergebnis aller vom BVI beobachteten Aktienfonds dieser Kategorie und entspricht einer Rendite von 4,9 % pro Jahr. Nicht spektakulär, aber immerhin ein sichtbarer Wertzuwachs.

Bei unserem Lottospiel ist deutlich weniger herausgekommen – um nicht zu sagen gar nichts: nach gut 1.300 Ziehungen eine niedrige vierstellige Gewinnsumme. Damit sind weniger als 20 Prozent des eingesetzten Kapitals übrig geblieben. Aber das werden Sie bereits vermutet haben. Denn anderenfalls würde ich diese Kolumne zwar vielleicht trotzdem schreiben, aber dann womöglich nicht aus Hamburg, sondern von Bord meiner vor den Malediven ankernden Yacht (oder wofür man als Lottogewinner ansonsten so seine Millionen ausgibt).

Was tun mit einem Millionengewinn?

Womit wir eine ganz wichtige Frage streifen: Wie verhält man sich, wenn man im Lotto nicht nur 5 Euro gewinnt, sondern eine der beiden obersten Gewinnklassen abräumt – und das dann auch noch als Einziger?

Dabei geht es mir nicht um den Umgang mit der Nachricht als solcher – Mund halten und Ruhe bewahren gilt gemeinhin als wichtigste Regel. Nein, mir geht es natürlich um den finanziellen Aspekt, also: Was mache ich mit dem Geld, das ich nicht umgehend ausgeben möchte?

Nun, das Gute ist: Die wichtigste Regel der Geldanlage gilt unabhängig vom Anlagebetrag. Und die heißt: streuen! Achten Sie also darauf, dass der Berater Ihres Vertrauens mit Ihnen nicht über die eine ODER die andere Anlageform spricht, sondern tunlichst über mehrere. Und Sie Ihr Geld dann auch über mehrere verteilen. Der Volksmund fasst das wie immer griffig zusammen: Lege nicht alle Eier in einen Korb.

Die Sache mit dem Finanzberater

Das gilt durchaus auch für die Zahl der Finanzberater, mit denen Sie sich über Ihr junges Glück austauschen sollten. Denn so können Sie einen Eindruck von der Vielzahl der Möglichkeiten, aber auch der Planungsansätze zu bekommen, mit denen Profis eine Geldanlage im siebenstelligen Bereich angehen. Werden Sie also ruhig bei zwei oder drei Beratern vorstellig. Und nehmen Sie nicht unbedingt nur denjenigen, mit dem Sie im Verein Tennis spielen.

Mit dem Berater werden Sie dann ausloten, welche Lebens-, insbesondere aber Anlageziele Sie verfolgen. Das wird anfänglich sicherlich ein sich wiederholender Prozess sein. Denn wenn Ihnen Ihr Berater aufzeigt, dass Sie mit Ihren neuen finanziellen Möglichkeiten bei Auswahl entsprechender Anlagestrategien beispielsweise nicht mehr auf Ihr derzeitiges Gehalt angewiesen sein werden, hat das vermutlich eine Rückwirkung auf Ihre Lebensziele – und das aber dann wieder auf die geeignete Anlagestrategie.

Dem guten Frager ist schon halb geantwortet

Insofern ist es sicherlich hilfreich, wenn Sie die grobe Richtung, in die Sie weitergehen wollen, für sich ausgelotet haben, bevor Sie das erste Mal mit einem Berater zusammentreffen. Auch schadet es nicht, sich im Vorwege ein wenig in das Thema Kapitalanlage einzulesen – sofern Sie nicht bereits über ein gerüttelt Maß an Wissen verfügen. Und für alle Wissenslücken gilt: Fragen Sie. Und wenn Sie die Antwort inhaltlich auch nicht verstehen: Fragen Sie erneut. Denn Sie sind der Kunde. Und das wiederum gilt nicht nur bei der Anlage von Lottogewinnen, sondern generell bei Kapitalanlagen. Und das Schöne dabei: Ein engagierter Berater wird sich über Ihre Fragen freuen, denn ein Dialog macht auch ihm mehr Spaß als ein Monolog.

In dem Zusammenhang noch eine Bitte: Sollte in den nächsten Jahren das große finanzielle Glück an Ihre Tür klopfen, würde ich mich freuen, Sie könnten uns von Ihren Erfahrungen bei der Geldanlage schreiben. Schließlich geht nichts über einen Bericht aus der Praxis!

Machen Sie also künftig (weiterhin) beides: Aktiensparen für die Altersvorsorge und Lotteriespielen für die Seele. Ich drücke Ihnen und mir die Daumen.

Mit herzlichen Grüßen aus Hamburg,

Wolff Seitz
Leiter Produktmanagement Investment

Seine ersten beiden Aktien kaufte er als Teenager 1987 inmitten des schwarzen Oktobers – leider nicht am Tiefpunkt und zudem beides deutsche Autotitel, also ohne Risikostreuung. Um diese und ähnliche Fehler zu reduzieren, absolvierte er bei einer norddeutschen Regionalbank zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und parallel zu seiner Tätigkeit als Anlageberater ein BWL-Studium an der FernUniversität Hagen. Sein Ziel für ONVEST: Kapitalanlage entmystifizieren – die Börse ist der Wochenmarkt für Wertpapiere – und den Zugang zur professionellen Geldanlage so einfach und komfortabel wie möglich machen.

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