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23. Januar 2019

Hilfe, es schwankt!

Kinder auf der Wippe, Kinder auf der Schaukel – es ist Bewegung im Leben. Von Kindesbeinen an. Im Alter scheinen wir Schwankungen allerdings weniger gut zu verkraften. Auch wenn wir mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Das gilt insbesondere für die Börse. Schade auch!


Liebe Leserin, lieber Leser,

auch wenn in meinem Bekanntenkreis viele angeben, den Matheunterricht zu Schulzeiten – und speziell die Stochastik – nur in unguter Erinnerung zu haben: Für schlichte Statistiken können sich fast alle begeistern. Gerade die inflationär publizierten Top Ten von was auch immer werden gern gelesen. Ob es sich nun um ewige Bestenlisten im Fußball, die wärmsten Sommer der letzten 132 Jahre oder die giftigsten Spinnenarten Europas handelt: Aufmerksamkeit ist ihnen gewiss.

Würde man die Top Ten der Gründe, warum jemand keine Aktien besitzt, aufstellen, wüsste ich zumindest drei bis vier derselben zu nennen – auch ohne zuvor eine repräsentative Befragung oder Untersuchung mit anschließender Auswertung aufgesetzt zu haben.

Grund Nummer Eins: Aktienmärkte schwanken

Die unangefochtene Nummer Eins aller denkbaren Gründe wäre „Weil Aktienkurse schwanken“. Worauf basiert meine Annahme? Nun, seit über zwanzig Jahren bin ich mit privaten Anlegern im Gespräch – sei es nun im beruflichen Kontext oder am Rande einer Geburtstagsfeier. Und die Angst vor den Schwankungen des Aktienmarktes kommt jedes Mal zur Sprache.

Ängste können durchaus hilfreich sein, weil sie einen davor bewahren, in gefährliche Situationen zu geraten. Und insofern ist auch in punkto Aktienmarkt ein gewisses Maß an Angst per se nicht schädlich. Meine Intention ist es allerdings regelmäßig, die Angst in Respekt zu wandeln. Denn wer mit Respekt in Aktien investiert, ist meines Erachtens ein besserer Anleger als derjenige, der alle Vorsicht über Bord wirft und mit einem unbändigen Optimismus in alles investiert, was nicht bei Drei auf dem Baum ist.

Dabei sind uns Schwankungen in unserem täglichen Leben durchaus vertraut: Temperaturen schwanken genauso wie die Stimmung des Lebensabschnittsgefährten. Und auch Preisschwankungen kennen wir, also die Tatsache, dass ein Produkt mal günstiger und mal teurer gehandelt wird. Sind wir als Käufer unterwegs, freuen wir uns geradezu über die nach unten gerichteten Schwankungen, auch Preissenkung genannt – und so ist der Begriff des Sonderangebotes durchgängig positiv besetzt.

Fallende Aktien als Sonderangebote?

Insofern hilft es einem Anleger mit langfristigem Anlagehorizont sicherlich, sich auch einen breiten Rückgang der Preise am Aktienmarkt einer etablierten Volkswirtschaft, z. B. im Zuge des langfristigen Konjunkturverlaufs, als Sonderangebot vorzustellen. Zwei Eigenschaften sind mir dabei wichtig: breiter Rückgang und etablierte Volkswirtschaft. Denn wenn Aktienkurse einzelner Unternehmen stark fallen, muss das selbst bei einem langfristigen Anlagehorizont kein Schnäppchen sein, sondern kann auf massive unternehmensindividuelle Probleme hindeuten und bedarf einer gezielten Untersuchung. Und eine etablierte Volkswirtschaft sollte es ebenfalls sein, denn gerade bei Entwicklungs- oder Schwellenländern kann es preisreduzierende Faktoren geben, die die Perspektiven derselben nicht nur temporär, sondern systematisch eintrüben.

Zurück zum Sonderangebot: Warum erfreut mich die Preissenkung bei der regelmäßig verzehrten Buttermarke – ein Rückgang am Aktienmarkt aber nicht? Nun, bei der Butter habe ich durch die ständige Auseinandersetzung im Zuge des wöchentlichen Einkaufs ein Gefühl für das als normal empfundene Preisniveau entwickelt. Ich glaube, die Bandbreite der Preisspanne zu kennen.

Bei Aktien hingegen gibt es diese gefühlte Verlässlichkeit kaum – auch wer sich über Jahre hinweg wöchentlich, gar täglich mit ihnen beschäftigt, wird immer noch von Kurskapriolen überrascht.

Von fallenden Aktienkursen profitieren

Insofern gilt es, letztere als normal zu akzeptieren – und sich seiner langfristigen Perspektive zu vergewissern. Denn wer weiß, dass er langfristig investiert, kann auch Phasen sinkender Aktienpreise besser aushalten. Und im Idealfall nicht nur aushalten, sondern aktiv für sich nutzen, indem er dann weitere Aktien erwirbt. Das erfordert ein Stück weit Disziplin – und ein geeignetes Instrument wie z. B. Aktienfonds. Wer diese Disziplin nicht besitzt, also sich nicht traut, mit größeren Anlagebeträgen in einen fallenden Markt zu gehen, dem sei ein Sparplan empfohlen.

Vorteile des Sparplans

Ähnlich wie bei einer jederzeit kündbaren Mitgliedschaft bei Amazon Prime (das ist nur ein Beispiel, keine Werbung) erwirbt meine depotführende Stelle für mich für einen vereinbarten Betrag, z. B. 200 Euro, jeden Monat neue Aktienfondsanteile – ob der Preis nun sinkt oder steigt. Bei sinkenden Preisen steigt die Zahl der zu erwerbenden Anteile – und umgekehrt. Insbesondere in der Anfangsphase derartiger Sparpläne sind also sinkende Fondspreise nichts dramatisches, sondern eher etwas erfreuliches.

Gleichwohl: Auf lange Sicht ist es für den Anlageerfolg unabdingbar, dass auch bei einem Sparplan der Preis der Aktienfondsanteile beim späteren Verkauf höher liegt als mein durchschnittlicher Kaufpreis.

Der Cost Average Effekt

Übrigens: In diesem Zusammenhang begegnet einem häufig der Begriff Cost Average Effekt. Dieser besagt per se nichts anderes, als dass der durchschnittliche Kaufpreis der erworbenen Anteile niedriger ist als der Durchschnittspreis der Anteile zu den Kaufzeitpunkten. Fälschlicherweise werden dem Cost Average Effekt aber darüber hinaus weitere wundersame Wirkungen zugeschrieben: So verbessere er angeblich die Renditechancen, stelle gar eine Garantie für einen Gewinn des Sparplans und mache den Sparplan gegenüber der Einmalanlage überlegen. Das alles ist – leider – nicht wahr.

Denn auch die Wissenschaft hat sich mit diesen Fragestellungen beschäftigt und ist zu folgenden Erkenntnissen gelangt: Anleger, denen Aktienmarktschwankungen nichts ausmachen, sollten die Einmalanlage gegenüber dem Sparplan bevorzugen, weil diese im Mittel bessere Wertentwicklungschancen bereithält.

Die Umsetzung dieser Erkenntnis setzt natürlich voraus, dass ich auch bereits das Kapital für eine entsprechende Einmalanlage mein Eigen nenne. Wenn ich hingegen nur monatlich oder vierteljährlich kleinere Beträge zur Verfügung habe, die aus meinem laufenden Einkommen stammen, brauche ich mich dieser Frage gar nicht stellen.

Aber der Sparplan, und das bestätigt die forschende Zunft auch, erfreut mich gegenüber der Einmalanlage mit geringeren Risiken in Form verminderter Vermögensschwankungen.

Sollten Sie jetzt neugierig geworden sein und sich – im Gegensatz zum Großteil meines oben skizzierten Bekanntenkreises – für die mathematische Begründung dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse und die statistischen Instrumente interessieren: Melden Sie sich gerne bei uns! Wir nennen Ihnen dann die Titel entsprechender Fachaufsätze.

Wenn Sie hingegen eher ein Praktiker sind: Schließen Sie einen Fondssparplan ab und schauen Sie selbst. Denn der Sparplan ist eben auch für die ersten Schritte respektvoller Anleger ein gutes Instrument.

Wolff Seitz
Leiter Produktmanagement Investment

Seine ersten beiden Aktien kaufte er als Teenager 1987 inmitten des schwarzen Oktobers – leider nicht am Tiefpunkt und zudem beides deutsche Autotitel, also ohne Risikostreuung. Um diese und ähnliche Fehler zu reduzieren, absolvierte er bei einer norddeutschen Regionalbank zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und parallel zu seiner Tätigkeit als Anlageberater ein BWL-Studium an der FernUniversität Hagen. Sein Ziel für ONVEST: Kapitalanlage entmystifizieren – die Börse ist der Wochenmarkt für Wertpapiere – und den Zugang zur professionellen Geldanlage so einfach und komfortabel wie möglich machen.

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