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13. Februar 2019

Es ist Valentinstag!

Für manche ist es der 14. Tag im zweiten Monat des Jahres, für andere ein Festtag der Blumenbranche – aber der Valentinstag könnte auch eine ganz andere Bedeutung gewinnen. Unser Autor hat da einen ganz pragmatischen Ansatz.


Schon seit einigen Tagen wurden wir von unseren örtlichen Blumenhändlern darauf aufmerksam gemacht: Am 14. Februar, heute, ist Valentinstag. Auch einige andere Branchen, wie insbesondere die Parfümerien, nehmen dieses Datum gerne zum Anlass, sich in Erinnerung zu bringen – denn mit Emotionen verkauft es sich immer noch am besten. Wer will es da noch wagen, am Morgen bzw. Abend des Valentinstages mit leeren Händen vor seinen Partner zu treten?

Dazu braucht es meiner Erfahrung nach allerdings weniger Mut, sondern vielmehr ein kommunikatives Miteinander zwischen den Partnern. Denn dann erfährt man direkt, ob der oder die Angebetete überhaupt auf kalendarisch getaktete Aufmerksamkeiten steht – oder eben nicht.

Innerfamiliäre Kommunikation ist wichtig

Zu kommunikativem Miteinander und Offenheit rate ich auch in Finanzfragen. Glücklicherweise gibt es heute kein klassisches Rollenverständnis mehr zwischen Frau und Mann. Aber trotzdem stelle ich in meinem privaten Umfeld der Vierzig- bis Fünfzigjährigen, meine eigene Familie eingeschlossen, immer wieder fest, dass selbst heute noch überwiegend der Mann sich um die über das Girokonto hinausgehenden Anlage- und Versicherungsfragen kümmert. Ist das bei Ihnen zuhause genauso?

Und nein, die Frauen sind nicht unglücklich über diese Aufgabenteilung, denn sie stemmen in ihrer Partnerschaft bereits reichlich andere Themen. Und auch die meisten Männer kommen mit dieser Aufgabenteilung ganz gut zurecht, erspart sie ihnen ggf. andere unspektakuläre Aufgaben im gemeinsamen Haushalt.

Gleichwohl möchte ich am heutigen Tag eine Lanze dafür brechen, sich auch als Frau im Alltag stärker mit Finanzen und Versicherungen auseinanderzusetzen. Dafür gibt es – abseits aller mir fern liegenden politischen Überkorrektheit – einen ganz nüchternen Grund: Mehr als 30 % aller Ehen werden geschieden, so dass Frau dann ohnehin beginnen muss, sich selbst um ihre über das Girokonto hinausgehenden Finanzen zu kümmern. Und wenn die Ehe hält, wird der Mann in der Regel vor seiner Frau sterben, so dass Frau sich spätestens von da an selbst um ihre Finanzfragen wird kümmern müssen.

Und wie für viele andere Dinge gilt, dass es sich in jungen Jahren leichter lernt – es Mann wie Frau also leichter fällt, sich in die spezifischen Fragestellungen von Kapitalanlage und Versicherung einzuarbeiten. Also: Ran an diese Aufgabe!

Im Fall der Fälle auf der sicheren Seite

Das muss ja nicht bedeuten, dass im Alltag der Ehemann nicht mehr die Belege und Schreiben der verschiedenen Dienstleister abheftet. Doch bevor diese in den Ordner wandern, sollte auch sie einen Blick darauf geworfen haben. Viel wichtiger aber ist mir, dass vor Abschluss eines neuen Vertrages sich beide über dessen Inhalte und Konsequenzen im Klaren sind. Eine wichtige Frage in jeder festen Beziehung, ob sie nun Ehe oder Lebenspartnerschaft heißt oder nach außen nur formal den Charakter eine Wohngemeinschaft hat, muss deshalb lauten: Und was wird im Fall des Falles aus mir? Diese Frage sollte insbesondere der materiell schlechter gestellte Partner stellen – und nicht sich selbst, sondern im gemeinschaftlichen Gespräch.

Die Sache mit der Rente

Häufig sind es noch immer die Mütter, die im Gegensatz zu Vätern die stärker gebrochene Erwerbsbiographie aufweisen und insofern geringere Rentenansprüche ansammeln. Deshalb ist es bei Abschluss eines Riestervertrages auch durchaus wünschenswert, dass der materiell schwächer aufgestellte Partner die möglicherweise zur Verteilung stehende Kinderzulage erhält. Und bei einer Fondsanlage darf das entsprechende Depot ruhig auf den Namen der Frau oder aber eben des Paares lauten – selbst wenn dies bedeutet, neben dem bereits bestehenden Depot des Mannes ein weiteres zu eröffnen. Steuerliche Aspekte wie Sparerfreibetrag und Erbschaft- wie Schenkungssteuer sind natürlich zu beachten.

Und es gibt weitere Dinge, die die Vermögenssphäre betreffen: Auf wen wird beispielsweise das Auto zugelassen? Und wer schließt die Kfz-Versicherung ab – und sammelt weitere Jahre für den Schadenfreiheitsrabatt an?

Wenn sich bei männlichen Lesern dieser Zeilen nun gerade etwas Groll aufbaut und der Eindruck entsteht, dieser Beitrag wäre besser in drei Wochen am internationalen Tag der Frau, also am 8. März, erschienen, so möchte ich zu bedenken geben: Wer seinen Partner liebt, wird auch wollen, dass es diesem nach einer Trennung oder gar dem eigenen Tod gut geht. Und noch mehr wird er sich freuen, wenn er zu Lebzeiten jemanden hat, der ihm auf der vielzitierten Augenhöhe begegnet. Insofern ist es auch ein Zeichen von Liebe, sich um die finanzielle Selbständigkeit des jeweils anderen zu kümmern. Und insofern ist der – in meinen Augen ansonsten völlig überflüssige – Valentinstag zumindest ein möglicher Anlass, darüber nachzusinnen.

Ich für meinen Teil werde jetzt, durch meinen eigenen Text nachdenklich und ein stückweit selbstkritisch geworden, selbigen nach Hause mitnehmen und mit meiner Partnerin besprechen, ob wir diesen Gedanken bereits leben.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen nicht nur einen liebevollen Valentinstag! Bleiben Sie uns gewogen – und tschüss!

Wolff Seitz
Leiter Produktmanagement Investment

Seine ersten beiden Aktien kaufte er als Teenager 1987 inmitten des schwarzen Oktobers – leider nicht am Tiefpunkt und zudem beides deutsche Autotitel, also ohne Risikostreuung. Um diese und ähnliche Fehler zu reduzieren, absolvierte er bei einer norddeutschen Regionalbank zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und parallel zu seiner Tätigkeit als Anlageberater ein BWL-Studium an der FernUniversität Hagen. Sein Ziel für ONVEST: Kapitalanlage entmystifizieren – die Börse ist der Wochenmarkt für Wertpapiere – und den Zugang zur professionellen Geldanlage so einfach und komfortabel wie möglich machen.

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