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18. April 2019

Endlich mal wieder ein Feiertag

Der Weltfondstag, der kleine Bruder des Weltspartages, findet trotz historisch belegter Wurzeln nur wenig Beachtung in der deutschen Bevölkerung. Dabei ist die Entstehung des Investmentfondsgedankens älter als die Erfindung der Dampfmaschine. Warum der Weltfondstag einen Serientermin in Ihrem Kalender wert ist? Lesen Sie selbst!


Liebe Leserin, lieber Leser,

in meinem Bücherschrank steht seit Kindheitstagen das Buch „Der 35. Mai“ von Erich Kästner. Da ich, als ich dieses Buch geschenkt bekam, bereits mittels Abzählen der Knöchel meiner Hände gelernt hatte, wie viele Tage die einzelnen Kalendermonate haben, stutzte ich umgehend, als ich des Titels gewahr wurde. Und nachdem ich es gelesen hatte, war mir klar, dass es sich bei selbigem wahrhaftig um ein des Merkens würdiges Datum handelte.

Die Zahl der aus meiner Sicht merk- bzw. denkwürdigen Tage hat sich mit dem Älterwerden erhöht – ist aber über die nationalen bzw. christlichen Feiertage und die Geburts- und Hochzeitstage des privaten Umfeldes kaum hinausgekommen. Natürlich sind mir unter anderem der internationale Frauentag und der St. Patrick’s Day ein Begriff – aber die Daten wüsste ich nicht in jedem Fall zu benennen.

Der 19. April und was ihn so besonders macht

Anders mit dem Weltfondstag. Dieser fällt auf den heutigen 19. April und zählt zur Kategorie der Aktionstage, mittels derer auf – aus Sicht der jeweiligen Initiatoren – relevante Themen oder Probleme aufmerksam gemacht werden soll.

Ins Leben gerufen hat ihn 2012 der BVI, der deutsche Fondsverband. Die Idee dahinter war, Aufmerksamkeit für das Sparen und Anlegen mit Investmentfonds zu schaffen. Und da Investmentfonds ein Instrument sind, das auch breiten Bevölkerungsschichten einen bequemen und niedrigschwelligen Zugang zu den Anlagemöglichkeiten der Kapitalmärkte schafft, erschien es durchaus gerechtfertigt, hierfür einen eigenen Aktionstag auszurufen. Dass es der 19. April wurde, liegt daran, dass dieser der Geburtstag des im Jahr 1744 geborenen niederländischen Kaufmanns Abraham van Ketwich ist. Mit 30 Jahren führte er 1774 mehrere Anleger aus Gründen der Risikostreuung in einer Art Fonds zusammen, dem er den Namen „Eendragt Maakt Magt“ – Einigkeit macht stark – gab. Er gilt damit als der Erfinder des Investmentfondsgedankens.

Trotz dieser historisch gut belegten Wurzel hat es der Weltfondstag hinsichtlich seiner öffentlichen Wahrnehmung nicht ansatzweise mit seinem großen Bruder, dem 1925 erstmals begangenen Weltspartag, aufnehmen können. Das lag sicherlich auch an der begrenzten Resonanz des Weltfondstages bei den Banken und Sparkassen, also den Einrichtungen, die es primär in der Hand haben, ihre privaten Anleger für Anlageideen zu begeistern.

Mehr Fonds für das Volk

Ausnehmend schade, wie ich meine. Aber glücklicherweise tut die mangelnde Wahrnehmung eines Aktionstages der grundsätzlichen Idee des Fonds keinen Abbruch. Und die ist und bleibt gut. So gut, dass ich froh bin, dass sich noch keine politische Strömung des Fondsgedankens bemächtigt hat. Denn ob nun aus patriotischen oder sozialistischen Motiven heraus: Gibt es ein besseres Instrument, um breite Massen, auch die mit kleinsten Sparbeiträgen, zu Eigentümern der heimischen Wirtschaft zu machen?

Würden wir uns zudem darauf beschränken, nur deutsche Konzerne in die Hände der Kleinsparer überführen zu wollen, ist der finanzielle Aufwand vergleichsweise überschaubar. Nehmen wir einmal an, jeder der 83 Millionen Bundesbürger erbrächte pro Monat einen Sparbeitrag von 40 Euro, was zufälligerweise dem Standardsatz für vermögenswirksame Leistungen entspricht. Dann wären das über sechs Jahre – die übliche Einzahlungsphase vermögenswirksamer Leistungen – 2.880 Euro pro Nase und in Summe 239 Milliarden Euro.

Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung der größten 30 Werte aus dem DAX von gut 1.000 Milliarden Euro wären dann bald 20 % und mehr des Aktienkapitals dieser Konzerne in der Hand des Volkes. Um Enttäuschungen vorzubeugen: Eine vollständige Übernahme wäre ohnehin nicht möglich, da weite Teile des Eigenkapitals in festen Händen liegen. Im Fall von Daimler sind das z.B. der Staat Kuwait mit 6,8 % und seit 2018 der chinesische Investor Li Shufu mit 20,7 %. Oder bei Beiersdorf die Familie Herz mit über 50 % der Anteile. Und nein, Enteignungen finden in der Bundesrepublik glücklicherweise nicht statt.

Kinderbuchautor gesucht

Vielleicht nehmen wir also den heutigen Weltfondstag zum Anlass, über unser eigenes Sparverhalten nachzudenken. Zumal Fonds allemal attraktiver, weil chancenreicher als die traditionell am Weltspartag beworbenen Sparkonten sind. Dabei geht es natürlich nicht nur darum, Anteile an Fonds zu erwerben, die ihr Kapital in Aktien investieren. Verzinsliche Wertpapiere liegen genau wie Edelmetalle nicht nur im Bereich des Möglichen, sondern sollten explizit Teil eines ausgewogenen Portfolios sein.

Tragen Sie sich also den 19. April in Ihrem elektronischen Kalender als Serientermin ein – und hinterfragen Sie so künftig mindestens einmal jährlich kritisch Ihr eigenes Sparverhalten.

Und ich werde ab jetzt die Regale in der Kinderbuchabteilung sichten, ob nicht irgendwann ein Kinderbuchautor ein Werk unter dem Titel „Der 19. April“ veröffentlicht. Das könnte den Zeitpunkt markieren, von dem an Deutschlands Sparer die Zukunft ihres Kapitals in die eigenen Hände nehmen.

Mit diesen in weiten Teilen ernst zu nehmenden Zeilen verabschiede ich mich für heute und verbleibe mit herzlichen Grüßen aus Hamburg,

Wolff Seitz
Leiter Produktmanagement Investment

Seine ersten beiden Aktien kaufte er als Teenager 1987 inmitten des schwarzen Oktobers – leider nicht am Tiefpunkt und zudem beides deutsche Autotitel, also ohne Risikostreuung. Um diese und ähnliche Fehler zu reduzieren, absolvierte er bei einer norddeutschen Regionalbank zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und parallel zu seiner Tätigkeit als Anlageberater ein BWL-Studium an der FernUniversität Hagen. Sein Ziel für ONVEST: Kapitalanlage entmystifizieren – die Börse ist der Wochenmarkt für Wertpapiere – und den Zugang zur professionellen Geldanlage so einfach und komfortabel wie möglich machen.

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