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23. Oktober 2019

Altersvorsorge für Selbstständige: Hast Du mal einen Tipp?

Die Ärzte und Psychologen unter Ihnen kennen es vielleicht: Menschen schildern Probleme von Bekannten und wünschen Ferndiagnosen. Aber auch Mitarbeiter*innen in Finanzunternehmen werden gerne um diese Ferndiagnosen gebeten. Beliebtes Thema: die Altersvorsorge. Zwischen Tür und Angel ein schwieriges Thema, aber ein paar grundsätzliche Dinge können wir Ihnen auf die Schnelle mitgeben.


Mittwoch war es wieder so weit. So zwischen Tür und Angel, gerade auf dem Weg in die Mittagspause, fragt mich plötzlich ein Kollege, ob ich einen Tipp hätte, wie seine Lebensgefährtin denn ihr Geld anlegen solle. Derartige Fragen begleiten mich seit Beginn meiner Berufstätigkeit. Sie lösen innerhalb von Bruchteilen immer wieder dieselben Reaktionen in mir aus. Ich freue mich, weil ich derartige Fragen als Vertrauensbeweis sehe. Aber ich mahne mich auch gleichzeitig zur Vorsicht, weil ich weiß, dass ich in den folgenden, wahrscheinlich nur wenigen Minuten nicht ansatzweise eine seriöse Empfehlung werde abgeben können – und ich sicher sein will, genau das zu kommunizieren.

In solchen Momenten erinnere ich mich immer wieder eines Freundes meiner Eltern, von Beruf Internist, der auf Parties von – ihm bis dahin wildfremden – anderen Gästen immer wieder gebeten wurde, „mal kurz“ eine medizinische Einschätzung abzugeben. Häufig zu den Leiden von Personen, die nicht einmal persönlich anwesend waren.

Selbstständig und zehn Jahre bis zum Ruhestand – was nun?

Im Dialog mit oben genanntem Kollegen konnte ich durch Rückfragen ermitteln, dass die Frau selbstständig tätig ist, keinen Anspruch auf eine gesetzliche Rente hat und in zehn Jahren in den Ruhestand wechseln will. Und dass sie bereits einige Lebensversicherungen bespart. Weitere Details hatte mein Kollege – wenig überraschend – nicht parat. Dabei gäbe es so viel zu fragen: Handelt es sich wirklich nur um Lebensversicherungen oder sind auch Rentenversicherungen dabei? Welche Summen erwartet sie aus diesen Versicherungen? Wann werden diese fällig? Wie hoch bespart sie diese? Welche sonstigen Kapitalanlagen, einschließlich Immobilien und Edelmetalle, nennt sie ihr Eigen? Welche Kenntnisse und Erfahrungen hat sie? Wie hoch ist ihre Risikobereitschaft? Wie hoch sollen ihre monatlichen Einkünfte im Ruhestand ausfallen?

Meinem Kollegen habe ich diese weiteren Fragen – und viele andere denkbare – mit Blick auf Zeit nicht gestellt. Stattdessen habe ich mich darauf beschränkt, ihm ein paar Gedanken mitzugeben, mit denen sich seine Partnerin beschäftigen sollte:

Die private Rentenversicherung

Wenn ich mit Blick auf die engere Verwandtschaft und die eigenen Gesundheitswerte absehen kann, dass ich überdurchschnittlich alt werde, wäre es gerade für eine Selbstständige ohne oder mit sehr niedriger gesetzlicher Rente nicht verkehrt, eine private Rentenversicherung im Gepäck zu haben bzw. bei Eintritt in den Ruhestand abzuschließen. Denn auch im Alter werde ich regelmäßige, wiederkehrende Ausgaben haben – und eine private Rentenversicherung zahlt mir bis zum Tode regelmäßig die vereinbarte Rate. Entsprechende Langlebigkeit vorausgesetzt, werde ich eine derartige Ratenhöhe mit der Entnahme aus normalen Kapitalanlagen nicht immer darstellen können. Ansonsten droht die Gefahr, dass die Kapitalanlage irgendwann aufgebraucht ist – ich aber immer noch lebe.

Die private Altersvorsorge mit Fonds

Andererseits sind Rentenversicherungen aus verschiedenen Gründen nicht gerade die rentabelste Anlageform. Das könnte dafür sprechen, in der Zeit bis zum Ruhestand, aber auch darüber hinaus noch etwas mehr Risiko einzugehen und die von mir auch an anderer Stelle favorisierten Unternehmensbeteiligungen in Form von Aktienfonds zu präferieren. Das reduziert naturgemäß die Planbarkeit und setzt insoweit ein gewisses Maß an Risikobereitschaft voraus. Aber auf Nummer sicher gibt es heute nichts mehr – verzinsliche Anlageformen lassen bekanntlich zumindest im Euro-Währungsraum auf Sicht nichts mehr erwarten. Letzteres hatte besagter Kollege für sich auch bereits verinnerlicht und deshalb seine Lebensgefährtin auch auf unsere Portfolios aufmerksam gemacht.

Der Ruhestand steht kurz bevor?

Da man in diesem Zusammenhang auch immer an den eigenen Anlagehorizont denkt – je weiter desto besser –, noch ein Hinweis aus meiner langjährigen Praxis: Viele Anleger planen gerade bei ihren Kapitalanlagen in zwei Phasen – in die Zeit vor und die Zeit nach dem Ende der Berufstätigkeit. So wird ein 60-jähriger auf die Frage, wie lange das Geld am Kapitalmarkt angelegt werden kann, fast immer antworten: bis ich in Rente gehe, also noch sechs Jahre. Das ist zwar verständlich – gerade mit Blick auf die Frage, woraus ab diesem Zeitpunkt der Lebensunterhalt bestritten werden soll. Doch verstellt diese Denkweise häufig den Blick. Denn sie suggeriert, dass meine Kapitalanlage eben nur bis zum Einstieg in den Ruhestand offensiv und chancenreich angelegt werden kann und ich danach in die Bremse steigen muss. Um diese Sichtweise aufzubrechen, frage ich dann gerne zurück: Das heißt also, dass Sie an Ihrem 66. Geburtstag dieses Geld nehmen und genau in der Woche komplett ausgeben wollen, z.B. für eine Renovierung oder ein neues Auto?

Schnell kommen wir dann gemeinsam zu der Erkenntnis, dass mit Eintritt in den Ruhestand zwar die Wahrscheinlichkeit, auf dieses Geld zuzugreifen, steigt, aber auch das nur in Teilen. Insofern kann man häufig Teile des eigenen Vermögens längerfristig und damit chancenreicher anlegen, wenn andere Teile dafür etwas defensiver und schwankungsärmer platziert werden.

Damit gehe auch ich jetzt in die Mittagspause.

Mit herzlichen Grüßen aus dem hohen Norden,

Wolff Seitz
Leiter Produktmanagement Investment

Seine ersten beiden Aktien kaufte er als Teenager 1987 inmitten des schwarzen Oktobers – leider nicht am Tiefpunkt und zudem beides deutsche Autotitel, also ohne Risikostreuung. Um diese und ähnliche Fehler zu reduzieren, absolvierte er bei einer norddeutschen Regionalbank zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und parallel zu seiner Tätigkeit als Anlageberater ein BWL-Studium an der FernUniversität Hagen. Sein Ziel für ONVEST: Kapitalanlage entmystifizieren – die Börse ist der Wochenmarkt für Wertpapiere – und den Zugang zur professionellen Geldanlage so einfach und komfortabel wie möglich machen.

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